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Bargeld in Zeiten von Corona

In Zeiten der Corona-Pandemie wird weniger Bargeld ausgegeben. Gleichzeitig erhöht sich der Gesamtwert des im Umlauf befindlichen Geldes. Die Bank of England hat eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen von Corona auf Banknoten zu untersuchen. Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse zum steigenden Bargeldbezug und zu den Bedenken einer Infizierung durch Banknoten.

Steigende Nachfrage nach Bargeld
Im Zuge der Corona-Pandemie hat dieses Jahr der Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten stark zugenommen und die Bezahlungen mit Bargeld abgenommen. Der Rückgang bei der Verwendung von Bargeld, bei einem kontinuierlichen Anstieg der Banknoten-Nachfrage, gilt als „Paradoxon der Banknoten“. Das Paradoxon tritt u. a. in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf, da dann Bargeld verstärkt als Wertaufbewahrungsmittel gesehen und genutzt wird. So ist infolge von Corona die Nachfrage nach Bargeld in England weiter gestiegen.[1]

Doch Großbritannien ist nicht das einzige Land, in dem der Wert des im Umlauf befindlichen Bargeldes während der Corona-Pandemie stark angestiegen ist. Sowohl in den USA als auch in der Eurozone und in vielen anderen Ländern war der Bargeldumlauf dieses Jahr höher als 2019. In Europa ist nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) die Geldmenge zuletzt um mehr als 10% gewachsen.[2]

Ursachen der veränderten Bargeldverwendung
Doch woher kommt die Veränderung bei der Bargeldverwendung? Auf Basis der Untersuchung liegt eine der Ursachen im starken Rückgang des Konsums zu Beginn der Pandemie. Die vorübergehende Schließung von Geschäften und Restaurants und die Umsetzung sozialer Distanzierungsregeln hat dazu geführt, dass die Haushaltsausgaben zurück gingen. Zudem hat Corona das Einkaufsverhalten geändert. Als Reaktion auf soziale Distanzierungsrichtlinien und aus Sorge einer Infizierung kaufen mehr Menschen online ein, wodurch es weniger Barzahlungen gibt.

Eine weitere Ursache für die Veränderung der Bargeldverwendung sieht die Studie darin begründet, dass die Regierung den Einzelhändlern geraten hat, die Kontakt- und Infektions-Risiken im Zusammenhang mit Transaktionen zu minimieren und kontaktlose Zahlungen in Erwägung zu ziehen. Doch können sich Menschen durch Bargeld infizieren?

Lebensfähigkeit des Corona-Virus auf Banknoten
Bakterien und Viren sind auf einer Vielzahl von Oberflächen vorhanden. Das Vorhandensein von Bakterien oder Viren bedeutet jedoch nicht, dass sich jemand, der diese Oberfläche berührt, auch infiziert. Die häufigste Art und Weise, wie Menschen an SARS-CoV-2 erkranken, ist das Einatmen von Tröpfchen, die von einer infizierten Person ausgeatmet werden, oder die mögliche Berührung einer Oberfläche, auf die Tröpfchen von einer infizierten Person gefallen sind. Doch wie verhält sich das Virus auf Banknoten?

Die Studie zeigt auf, dass die auf einer Banknote gefundene Virusmenge eine Stunde nach der Exposition (Platzierung auf dem Geldschein) stabil blieb. In den folgenden fünf Stunden nahm die Menge des Virus rasch ab. Nach sechs Stunden waren die Viruströpfchen sowohl auf Papier- als auch auf Polymerbanknoten auf 5% oder weniger ihrer ursprünglichen Menge zurückgegangen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass Corona-Viren in hoher Konzentration nicht lange auf Banknoten überleben und dadurch das Risiko einer Übertragung durch Banknoten gering ist.[3]

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Quellen:
[1] Bank of England, Cash in the time of Covid, Quarterly Bulletin 2020 Q4, Stand: 24.11.2020
[2] Deutsche Bundesbank, Wirtschaftsbericht der Europäischen Zentralbank, Ausgabe 06/2020, Seite 77 ff.
[3] Bank of England, Cash in the time of Covid, Quarterly Bulletin 2020 Q4, Stand: 24.11.2020

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